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Aktuelles - Details
Frühlingszeit - Tierkinderzeit
03.04.18, 00:00 Uhr

!!!! Wildtierkinder brauchen nicht immer Hilfe !!!!




Bald geht es wieder los. Im Frühjahr rufen mehrfach täglich Leute an oder kommen direkt ins Tierheim mit vermeintlich elternlosen Wildtieren.

 

Aus aktuellem Anlass, möchte das Tierheim Gütersloh nochmals dazu informieren, dass die vermeintlich elternlose Tiere nicht immer unsere Hilfe benötigen. Werden die Vogelkinder flügge, verlassen sie das Nest und werden weiterhin am Boden als sogenannte Ästlinge von den Elterntieren versorgt. Also keine Sorge, wenn Sie ein befiedertes Vogelkind im Garten hüpfen sehen!

 

Ähnliches gilt für Eichhörnchen, Kaninchen, Feldhase und Co. Die Tiereltern sitzen nicht rund um die Uhr bei ihrem Nachwuchs, sondern sind auch für Nahrungssuche unterwegs. Sie versorgen ihre Jungtiere aber weiter.

 

Wildtierkinder sollten nur der Natur entnommen werden, wenn sie krank oder verletzt sind. Und dann sollten sie auch bitte direkt zu einem Tierarzt gebracht werden.

 

Ein weiteres Problem sind leider Vogeleltern, die in Schornsteinen und auf Dächern nisten. Bitte entfernen Sie die Nester erst nach der Brutzeit!

 

Da die meisten Jungvögel der verschiedenen Arten zwischen April und Juni flügge werden, möchten wir an alle Katzenhalter appellieren, ihre Katzen während der Brutzeit und wenn die Vogeljungen fliegen lernen, zumindest in der Morgen- und Abenddämmerung in der Wohnung zu lassen. In dieser Zeit sind die Vögel am aktivsten. Wenn möglich,  gestatten Sie ihr täglich nur kurzen Freigang, bis die Brutzeit vorbei ist. Besonders, wenn  Sie Jungvögel oder warnende Altvögel im Garten beobachten, sollte die Hauskatze drinnen bleiben.

 

Im Tierheim haben wir leider keine Möglichkeiten Wildtiere artgerecht unterzubringen und auzuwildern. Wir sind auf die Hilfe von spezialisierten Vereinen angewiesen. Zum Beispiel die Wildtierhilfe OWL oder die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen. Doch die Tiere dort hin zu bringen kostet uns viel Zeit und auch Geld. Geld, welches wir selber dringend benötigen.

 

Wenn Sie einen Wildtier gefunden haben und unsicher sind, was zu tun ist, rufen Sie uns doch an. Wir helfen gerne weiter, 05241-400922.

Oder informieren Sie sich bei Jungvögeln unter: www.wildtiere-owl.de. Hier finden Sie die Kontaktdaten von Vogelexperten/Pflegestellen, die Sie gerne beraten werden.

 

Oder auch www.wildvogelhilfe.org

 

Nestlinge und Ästlinge

 

Jungvögel unterschiedlichen Alters tragen nicht nur verschiedene Bezeichnungen, sie haben zudem jeweils ganz individuelle Bedürfnisse. Diese zu kennen, ist für den Menschen wichtig, wenn er helfend eingreifen möchte, sobald sich ein Jungvogel in Not befindet. In diesem Kapitel lernen Sie den Unterschied zwischen sogenannten Nestlingen und Ästlingen kennen, der Ihnen dabei helfen soll, Jungvögel und ihre Anforderungen an die Umwelt zu verstehen.

 

Nestlinge
Sobald ein Vogel aus dem Ei geschlüpft ist, beginnt für ihn ein das eigentliche Leben. Je nachdem, welcher Art er angehört, ist er entweder bereits befiedert und kann das Nest nahezu sofort verlassen (siehe Kapitel über Nestflüchter, Nesthocker und Platzhocker), oder aber er ist nackt und seine Augen sind anfangs geschlossen. Um letztere geht es in diesem Abschnitt, sie sind im Nest der Eltern sicher aufgehoben und werden aufgrund der Tatsache, dass sie hilflos und zerbrechlich sind, als Nestlinge bezeichnet. Sie müssen rund um die Uhr von ihren Eltern betreut werden, die Nahrung herbeischaffen und die Jungtiere vor allem in den ersten Tagen warm halten, wenn ihnen noch kein Federkleid gewachsen ist. 

 

Nestlinge verhalten sich in den ersten Lebenstagen eher ruhig. Je älter sie werden, desto bewegungsfreudiger sind sie, um beispielsweise ihre Flugmuskulatur zu trainieren. Gelegentlich kommt es vor, dass ein vorwitziger Nestling aus dem Nest fällt. Er benötigt dringend Hilfe, denn er ist allein nicht überlebensfähig und wird auserhalb des Nestes nicht von seinen Eltern gefüttert. Setzen Sie einen Nestling wieder zurück in sein Nest, damit er weiterhin von seinen Eltern versorgt wird. Scheuen Sie sich nicht davor, den jungen Vogel zu berühren, denn entgegen anders lautender Aussagen nehmen die Eltern ihren Nachwuchs auch weiterhin an.

Sollten Sie das Nest nicht finden oder wurde es zerstört (zum Beispiel von einem Fressfeind), dann sollten Sie sich des gefundenen Nestlings annehmen und ihn entweder selbst aufziehen oder einer Auffangstation in Ihrer Nähe übergeben.

 

Ästlinge
Ist ein Nestling alt genug, um außerhalb des Nestes seine Flugfähigkeit und die eigenständige Nahrungsaufnahme zu trainieren, tritt er in eine neue Phase seines Lebens ein: Er wird zum sogenannten Ästling. Zwar können die meisten Ästlinge bereits fliegen oder stehen kurz davor, ihre Flugkünste zu erlernen. Aber sie sind noch nicht dazu in der Lage, sich vollständig selbst zu ernähren. Unter Anleitung ihrer Eltern erkunden sie die Umgebung und werden je nach Vogelart noch einige Tage bis Wochen von ihnen mit Futter versorgt.

 

Die Zeit zwischen dem Verlassen des Nestes und dem Erlangen gänzlicher Selbstständigkeit ist für junge Wildvögel die gefährlichste Phase ihres Lebens. Zwangsläufig müssen die Elterntiere ihren Nachwuchs über längere Zeiträume allein lassen, um nach Futter zu suchen. Während dessen hüpfen die Ästlinge mehr oder weniger schutzlos umher. Dabei zeigen sie ihren Eltern durch lautes Rufen an, wo sie sich gerade befinden. Diese Rufe locken allerdings nicht nur die Eltern an, sondern zeigen auch so manchem hungrigen Fressfeind an, wo sich die Beute versteckt hält.

 

Bei drohender Gefahr flüchten Ästlinge nicht, sondern verhalten sich stattdessen ruhig und regungslos. Ihr einziger Schutz ist dann die Tarnung, die ihnen ihr meist recht unauffällig gefärbtes Federkleid bietet. Sind sichere Versteckmöglichkeiten wie beispielsweise Hecken, Holzstapel oder Reisighaufen vorhanden, in denen sie sich gern aufhalten, bleiben sie meist unentdeckt. Fehlen solche Unterschlupfmöglichkeiten, so werden die Ästlinge schnell zur leichten Beute für Katzen oder andere Fressfeinde.

 

Leider fallen sie oftmals auch Kindern regelrecht zum Opfer, die diese niedlich anzusehenden Vogelkinder gern als lebendiges Spielzeug benutzen. Die Jungvögel erleiden so große Angst, dass viele von ihnen sterben. Mitunter nehmen Kinder einen gefundenen, fast selbstständigen Jungvogel jedoch mit nach Hause. Um dies zu verhindern, hilft nur ausreichende Aufklärung durch Eltern oder Bekannte.

 

Doch nicht nur Kindern, denen man ihre Unwissenheit wohl nicht zum Vorwurf machen kann, nehmen leider Jungvögel während der Bettelflugperiode mit. Sehr häufig verhalten sich Erwachsene ebenso, wenn sie vermeintlich verwaiste Jungtiere während eines Spaziergangs finden. Sie nehmen sie in der falschen Annahme mit nach Hause, dass die Tiere von ihren Eltern verlassen worden seien. In Wahrheit aber kümmern sich Vogeleltern aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs, sie lassen ihn mit Sicherheit nicht grundlos im Stich.

Quelle:  www.wildvogelhilfe.orghttp://www.wildvogelhilfe.org

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